Aktualisiert am:

 

26.01.2023

 

 


Wie baue ich eine Nisthilfe für den Weißstorch?


 Bitte erkundigen Sie sich beim zuständigen Ordnungs- oder Bauamt Ihrer Gemeinde, ob Sie eine Baugenehmigung benötigen. Bis zu einer Höhe von 10 m sind Nisthilfen bei den meisten Gemeinden genehmigungsfrei.


 

1. Wahl des Standortes:

 

 

innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, neben Einzelgebäuden oder in einer Nahrungsfläche. Freier Anflug: keine Freileitungen in unmittelbarer Nähe, auch keine stark frequentieren Verkehrswege wegen Kollisionsgefahr mit Straßen- oder Schienenfahrzeugen. Höhere Bäume sollten wegen der An- und Abflugmöglichkeit den Standort nicht von mehreren Seiten umgeben.

 

ACHTUNG in bekannten Seeadler-Revieren werden außerörtliche Neststandorte nicht mehr empfohlen, nachdem an mehreren abgelegenen Storchennestern Nestlinge und sogar Elterntiere erbeutet bzw. Storchenpaare zum Brutabbruch veranlasst wurden.


Das Nest sollte mit einem Hubsteiger, Teleskoplader oder mit Schiebeleitern erreichbar sein, um erforderlichenfalls Hilfe leisten zu können, die Jungen zu beringen, das Nest zu sanieren oder den Baum auszuästen.

 

 


 

 

2. Mast u. Fundament

- Mast Holz geschälter Lärchenstamm oder Strommast
- Stahl Gittermast

 

Manche Energieversorger stellen Masten aus Holz oder auch Gittermasten zur Verfügung. Infolge der Erdverkabelung kann es auch sein, dass bereits ein Gittermast in der Nähe des Aufstellugsortes steht (Nachfrage beim Versorger)

 

Manche Versorger lassen diese manchmal auch gern stehen bzw. stellen diese gern zur Verfügung. Es wäre dann nur noch die Nestplattform anzubringen.

 

- Die Höhe eines Nistmastens sollte 10 bis 15 m über dem Erdboden betragen; im Boden sollte er ca. 2 m tief eingegraben sein.  Zum Aufstellen kommt – neben Spezialfahrzeugen wie Kranwagen oder Teleskoplader – auch ein Traktor mit Frontlader in Betracht. Das Loch unmittelbar um den Mast kann mit Schotter aufgefüllt werden. Auch Brunnenringe sind geeignet. Gegen Einbetonieren wird argumentiert, dass Beton unterirdisch sehr langsam trocknet und die Feuchtigkeit das Holz angreift. Sinnvoll ist ein Einstreichen des Mastens mit Teer bzw. Bitumen im Erdbereich.

 

Alternativ kann ein Holzmast an im Boden einbetonierten Halterungen („Maibaum-Halterung“) festgeschraubt werden. Die Größe für den Aushub für des Fundaments hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab. In sturmreichen Gebieten ist eine zusätzliche Abspannung mit Drahtseilen in 3 Richtungen von Vorteil.

 

Das künstliche Nest sollte vor dem Aufstellen des Mastes befestigt werden. Wählt man einen schon bestehenden Mast (z. B. von einer abgebauten Freileitung), kann das Nest von einem Hubsteiger oder Teleskoplader aus aufgesetzt werden. Außer einer Befestigung auf der Mastspitze sollten auch von den Rändern der Plattform aus Stützen zum Mastschaft führen.

 

Ein lebender Baum sollte bis mindestens 2 m unterhalb des Nestes ausgeästet werden, wird jedoch nicht empfohlen (Bedrohung durch Waschbär etc.)

 

Zur Abwehr von Waschbären an einem Holzmast oder Baumstamm eine Manschette (aus glattem Blech oder biegsamem Kunststoff) befestigen, in ca. 2 m Höhe über dem Erdboden.

 





3. Unterlage:

 - eine einem Wagenrad nachempfundene Metallkonstruktion oder Plattform aus Eichenholz, rund oder quadratisch

 

- Durchmesser mindestens 1,50 besser 1,70 m (abweichend von Angabe „1,30 m“ im Internet!).

 

SEHR WICHTIG: Plattform muss wasserdurchlässig sein, damit Staunässe die Jungstörche nicht gefährdet! Zwischen den Bohlen sollte ein Abstand von 5 bis ca. 8 cm bestehen.

 

- Erhöhter Nestrand: Die Nestauflage muss einen Rand von ca. 20 bis 30 cm Höhe haben. In diese Halterung sollte biegsames Reisig (z. B. Weiden- oder Birkenzweige) eingeflochten werden.

 

- Das Innere des Nestes wird am besten – von unten nach oben - mit Reisig, einer Schicht Schreddergut, sowie Heu und Stroh aufgefüllt. Darauf werden noch einige stärkere Zweige aufgelegt, die ein Abwehen leichteren Materials verhindern. 

 

Bitte vergessen Sie nicht, das Nest mit einigen Zweigen, wenn möglich auch Heu auszupolstern. Auch Hackschnitzel werden gern angenommen. Manche Störche lieben es, wenn man ihnen vorgaukelt, dass das Nest schon benutzt wurde. Das erreichen Sie mit ein paar Spritzern weißer, lösungsmittelfreier Binderfarbe.

 


 

4. Dachreiter

 


Das künstliche Nest kann auch auf einem Dachreiter aufliegen (Maße müssten nachgereicht werden).

 

 


 

 

 

Tips & Tricks

 

Ein Trick: Einige Kleckse weißer Farbe am Nestrand oder auf dem Dach erhöhen die Chance, dass Störche die Nisthilfe annehmen. Denn den Tieren wird vorgetäuscht, andere Störche hätten sich schon für das Angebot interessiert und Kotspuren hinterlassen. Eine Garantie für die Ansiedlung ist das jedoch nicht. Trotzdem sollte man die Hoffnung nicht aufgeben und die Nisthilfe trotzdem stehen lassen. Manchmal kann es bis zur Ansiedlung eines Storches durchaus Jahre dauern.

 





 










 


 

 

 




 

 

 

 




 











Als Masten haben sich Lärchenstämme, Telegraphenmasten oder Gittermasten bewährt. Fragen Sie, je nach dem, welche Mastart sie verwenden möchten, bei ihrem Forstamt oder Stromanbieter nach. Hier erhalten Sie gewünschten Mast, manchmal sogar kostenlos.


Masthöhe 15 m


Fundament 2m x 2m x 2m



Mastschutz gegen Nesträuber

Ummantelung des Masten mit glatten Blech 50 cm - 70 cm in ca. 100 cm über dem Erdreich.











Mastaufsatz Durchmesser 1,6 m


 


 



Einen Nestkorb können Sie beim Nabu oder über das Internet erwerben. Eingefolchtene Weidenzweige werden jedoch bevorzugt von Adebar angenommen.



























 

 







 



 


 

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