Das Storchenjahr in Niedersachsen:



Storchenjahr 2013



Storchenjahr 2014



Storchenjahr 2015



Storchenjahr 2016

 

Elbe-Weser-Ems-Region vermeldet Storchen-Rekord


Zwei, drei, fünf, sieben, viele: Die Storchenpflegestation Wesermarsch vermeldet einen neuen Storchen-Rekord für den Nordwesten.

Vor 25 Jahren galten die Störche im Nordwesten Niedersachsen als so gut wie ausgestorben - mittlerweile sind dort wieder Hunderte von ihnen zuhause. Und das ist auch ein Verdienst der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne, die in diesen Tagen einen neuen Rekord vermeldet: In der Elbe-Weser-Ems-Region gebe es in diesem Jahr so viele Störche wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagt Leiter Udo Hilfers. In diesen Tagen kehren die Tiere aus ihren Winterquartieren in Afrika und Spanien zurück.  Und die Störche, die in Berne aufgezogen wurden, breiten sich - gemeinsam mit ihrem Nachwuchs - weiter im Nordwesten aus. Laut Hilfers leben allein in der Wesermarsch 130 Storchenpaare, rund 100 sind es im Landkreis Cuxhaven. Auch im Leeraner Stadtteil Logabirum, im ostfriesischen Detern sowie rund um Bremen und den Dümmer haben sich einige Störche niedergelassen. "Viele Menschen bauen den Störchen sogar Nester, damit sie sich bei ihnen ansiedeln", sagt Hilfers.

   

 Stand: 22.10.2016 18:00 Uhr 

Rekord: 820 Storchenpaare brüten in Niedersachsen

von Ulrike Kressel

In der niedersächsischen Elbtalaue ist der Weißstorch mit seinem schwarz-weißen Gefieder und seinen roten, langen Stelzbeinen das Symboltier. Aber auch in anderen Regionen des Landes scheint sich der imposante Vogel, der den Sommer in Deutschland verbringt, sehr wohl zu fühlen. Niedersachsens Storchenbetreuer haben sich auf ihrer Jahrestagung in Verden (Aller) getroffen und Bilanz gezogen.

Storch-Rekord: So viele Storchenpaare wie noch nie


  • Ein gefundenes Fressen: Dieser Storch hat in einem Feld bei Celle eine Maus erwischt und fühlt sich sichtbar wohl damit. Wie ihm geht es vielen weiteren Störchen in Niedersachsen. Es gibt hier so viele von ihnen wie nie zuvor.


  • 2015 wurden 776 Storchenpaare in Niedersachsen gezählt - damals ein Rekord. 2016 sind es noch mehr geworden: Die niedersächsischen Storchenbetreuer haben 820 Paare gezählt.


  • Unter den Störchen sind dabei auch viele "Neuansiedler", die bisher noch nicht in Niedersachsen heimisch waren. Der Landkreis Cuxhaven ist übrigens mit 114 Paaren die storchenreichste Region.


  • Dass es den Störchen im Norden so gut geht, liegt wohl auch an Storchenbetreuern wie Hans-Jürgen Behrmann. Er kümmert sich, wie viele weitere Artenschützer, um verunfallte oder schwache Störche.


  • Im Gehege des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde (Landkreis Gifhorn) finden die Störche eine Zuflucht. Hierhin werden diejenigen Störche gebracht, die einen Unfall hatten oder aufgepäppelt werden müssen.


  • Gerade für Jungstörche wird hier im Storchenkindergarten gesorgt.


  • 23 Jungstörchen konnte in diesem Jahr im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde geholfen werden.


  • Bei den Jungstörchen konnten die Artenschützer 2016 das zweithöchste Zahl der vergangenen 45 Jahre in Niedersachsen verzeichnen. Eine weitere Zahl, die für gute Aussichten für Störche im Norden steht.


Rekordjahr bei Brutpaaren


Offenbar zieht es immer mehr Störche nach Niedersachsen, sagte Hans-Jürgen Behrmann von der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz Niedersachsen/ Bremen. Schon im vergangenen Jahr sprachen die Storchenbetreuer mit 776 Storchenpaaren von einem Rekordjahr. Doch in diesem Jahr haben die großen Vögel das Spitzenergebnis noch einmal getoppt, so Behrmann. 2016 haben sich knapp 820 Paare im Land niedergelassen, darunter auch wieder etliche sogenannte Neuansiedler. Mit 114 Paaren - 20 mehr als im vergangenen Jahr - ist der Landkreis Cuxhaven bezogen auf die Brutpaare die storchenreichste Region. Allerdings gebe es regional auch deutliche Unterschiede, betonten die Verantwortlichen. Im Landkreis Lüneburg zählte Storchenbetreuer Heinz Georg Düllberg  links der Elbe 41 Brutpaare, fünf mehr als 2015. In den Landkreisen Celle und Lüneburg  rechts der Elbe blieb der Bestand gleich. Im Kreis Gifhorn wiederum waren es drei Paare weniger als im Vorjahr. Trotz regionaler Schwankungen ist Niedersachsen nach Brandenburg das Bundesland mit den meisten Storchenpaaren, so die Vogelschützer.

 

Aufzucht von Jungstörchen nicht überall erfolgreich

Auf den Nachwuchs wirken sich die gute Zahlen aber nur bedingt aus. "Dass mehr Brutpaare auch mehr junge Störche aufziehen, ist leider nicht so", sagte Behrmann. So konnten in diesem Jahr nur rund 1.300 Jungstörche erfolgreich ausgebrütet und aufgezogen werden. Das sind rund zweihundert weniger als im vergangenen Jahr. Revierkämpfe und Wetter seien zwei entscheidende Faktoren für den mäßigen Bruterfolg."

 

Westzieher kämpfen gegen Ostzieher


Immer wieder kommt es zwischen den Störchen zu Revierkämpfen.

Störche sind Zugvögel und - je nachdem welche Route sie fliegen - kommen sie früher oder später aus ihren Winterquartieren nach Niedersachsen zum Brüten zurück. Immer mehr Störche seien sogenannte "Westzieher", fliegen über Spanien oder überwintern gleich dort und hätten somit kürzere Wege zurück, erklärte Behrmann. "Ostzieher" würden aus ihren afrikanischen Winterquartieren die östliche Route nehmen, passierten die Meerenge des Bosporus und träfen in Niedersachsen somit erst mehrere Wochen später ein. So kämen einige Störche bereits im März in ihren Brutregionen an, andere erst im Mai. In den Regionen, in denen "Westzieher" auf "Ostzieher" treffen, so Storchenbetreuer Behrmann, komme es dann vermehrt  zu Nestkämpfen. Denn: Freie Horste würden von den Störchen besetzt, die aus Spanien frühzeitig im Jahr zurückkämen. Später eintreffende, vorjährige Revierinhaber würden die feindliche Übernahme jedoch nicht akzeptieren. Es komme mitunter zu heftigen Revierkämpfen, die direkt auf den Horsten ausgetragen werden, sagte Behrmann. Und da könne es sein, dass bereits gelegte Eier zerstört werden und somit der Nachwuchs ausbleibe. Anders als Singvögel, brüten Störche kein zweites Mal im Jahr.

 

Nässe und Trockenheit stört Jungstörche

Bei der Aufzucht von jungen Störchen spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Und so waren die Startbedingungen für die kleinen Störche in Niedersachsen regional sehr unterschiedlich. Im Landkreis Lüneburg - rechts der Elbe - ist Storchenbetreuer Helmut Eggers mit dem Ergebnis der flügge gewordenen Störche nicht zufrieden und macht die Witterung dafür verantwortlich. Anfangs, so Eggers, habe es relativ trockene Phasen und damit zu wenig Regenwürmer gegeben. Aber genau diese schnabelgerechte Nahrung bräuchten die kleinen Störche in den ersten Wochen, so der Storchenbetreuer der Elberegion. Ungefähr ab der vierten Lebenswoche könnten die Jungvögel dann auch Frösche und Mäuse fressen. "Die lassen sich auch bei Trockenheit fangen", sagte Eggers. In anderen Regionen Niedersachsens war es hingegen zu nass  - auch das sei schlecht für den Storchennachwuchs. So hätten Starkregen und niedrige Temperaturen in den Nächten dazu geführt, dass die Küken ausgekühlt  und "verklammt " seien, berichten andere Storchenbetreuer aus ihren Regionen. Die Tiere würden dann nicht mehr richtig fressen, zunehmend schwächer und schließlich von ihren Eltern aus dem Nest geworfen.

 

Artenschutzzentrum kümmert sich um Notfälle

Jedes Jahr werden verletzte beziehungsweise nicht flugfähige Weißstörche in das Artenschutzzentrum nach Leiferde im Landkreis Gifhorn gebracht. "Immer wieder auch Jungstörche, die zu schwach sind und aufgepäppelt werden müssen", sagte Bärbel Rogoschick, Biologin und Leiterin des Artenschutzzentrums. So kamen in diesem Jahr 23 Jungstörche nach Leiferde. "Alle waren extrem schlecht ernährt, das war schon auffällig", so Rogoschick. "Durch das Federkleid konnte den Störchen nicht angesehen werden, wie mager sie waren, aber beim Hochnehmen merkten die Mitarbeiter, dass viele Jungstörche leicht wie Plastiktüten waren." Nicht immer seien nur die Wetterkapriolen für den schlechten Zustand der jungen Störche verantwortlich. Hinzu käme, so Rogoschick, dass mehr Störche auch mehr Nahrung bräuchten. Und da fehle es an feuchten Wiesen und ausreichend Überschwemmungsflächen. "Zunehmende Maisanbauflächen sind der Tod für Störche", betonte sie.

 

Störche im Aufwind

Auch wenn der Jungenrekord aus dem Vorjahr nicht erreicht werden konnte, sieht Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz dennoch optimistisch in die Zukunft der großen Vögel. Die Zahl der flügge gewordenen Jungvögel lag zwar 14 Prozent unter der des Vorjahres, sei aber immer noch das zweitbeste Resultat seit 45 Jahren. Und das könne sich sehen lassen, so Behrmann. Die Aussichten, dass sich Störche auch weiterhin in Niedersachsen wohl fühlen, seien gut.

  

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Rekord-820-Storchenpaare-brueten-in-Niedersachsen,storchenbilanz102.html

  

Nasses Wetter kostet junge Störche das Leben

Das Jahr 2016 hätte ein gutes Storchenjahr werden können. Doch mancherorts in Niedersachsen ist die Freude über die zahlreichen Storchenpaare in Ernüchterung umgeschlagen. Denn viele ihrer Küken sind eingegangen. Allein im Landkreis Nienburg seien inzwischen etwa 50 Prozent der Storchenpaare ohne Nachwuchs, sagt Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter aus Hannover. Ähnlich sei es in den Kreisen Harburg, Lüneburg, Celle sowie der Region Hannover. Hauptgrund sei das Wetter.

 

Geschwächte Küken aus dem Nest geworfen

Starkregen und niedrige Temperaturen in der Nacht hätten die Küken auskühlen und "verklammen" lassen, sagt Löhmer. Die Tiere würden dann nicht mehr richtig fressen, zunehmend schwächer und würden schließlich von ihren Eltern aus dem Nest geworfen. Heinz Georg Düllberg, Storchenbeauftragter aus Lüneburg, sieht aber noch einen weiteren Grund für das Storchensterben: Viele erwachsene Tiere seien dieses Jahr erstaunlich spät aus den Winterquartieren zurückgekehrt. Manche Nester seien deshalb bereits von anderen Störchen belegt gewesen. Bei Kämpfen um die besten Plätze seien so auch schon im Vorfeld Teile der Brut zerstört worden.

 

Manche Gebiete vom Storchensterben verschont

Nicht in allen Teilen Niedersachsens gibt es jedoch Grund zur Sorge. So verzeichnen unter anderem die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Gifhorn, Göttingen und der Heidekreis keine Einbußen beim Nachwuchs. Wie viele Storchenkinder es am Ende tatsächlich schaffen, wird sich aber erst Ende August zeigen - dann sind auch die Nachzügler flügge.

 

 








Das Storchenjahr in Helmstedt
Jahresbericht Helmstedt 2016 von Manfred Spey
JBH 2016.pdf [505.4 KB]




Storchenjahr 2017


Storchenjahr 2018


Storchenjahr 2019








































































































































































































































,





 

Aktualisiert am:

16.11.2019



Besucher der Webside

432211