2019


Im Landkreis Hildesheim brüten in diesem Jahr so viele Weißstorch-Paare wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In insgesamt neun Horsten hocken Elterntiere auf Eiern. Das ist die höchste Zahl, seit im Jahr 2003 erstmals wieder ein Weißstorch-Paar im Landkreis brütete. Davor hatte es seit 1976 überhaupt keine Brut gegeben. In diesem Jahr scheuen die Tiere offenbar kein Risiko – und lassen sich auch von schweren Rückschlägen nicht abhalten.


Für großes Staunen bei Ornithologen um den Gronauer Storchen-Experten Manfred Weinhold sorgte ein Paar, das sich in Elze ansiedelte – und zwar nicht auf einem von Menschen vorbereiteten Horst, sondern auf einem Baumstumpf im Biotop Asbost zwischen Bundesstraße 3 und der Bahnlinie südlich des Ortes. Die wacklige Konstruktion der Marke Eigenbau hielt nicht lange, rutschte schließlich offenbar ab – die Bewohner suchten sich daraufhin unverdrossen etwas Neues und wurden auf einem Oberleitungsmast an der Bahnstrecke fündig. Dort richteten sie sich einen neuen Horst ein, inzwischen hat das Weibchen dort Eier gelegt.


Erst vor wenigen Tagen trafen zudem zwei Störche auf dem Horst an der Poppenburg bei Burgstemmen ein. Dort hatte es bereits im Vorjahr einen Brutversuch gegeben, der aber scheiterte – nun soll es klappen. Dabei hatten Storchen-Freunde wie Weinhold die Hoffnung auf Weißstörche auf dem historischen Gemäuer in Burgstemmen schon aufgegeben. Schließlich hatte der Gronauer bereits in Erfahrung gebracht, dass jenes Männchen, das im Vorjahr auf der Poppenburg genistet hatte, in diesem Jahr einen Gutshof in Wilkenburg vorzieht. Diverse andere Störche schauten sich den Horst zwar an, zeigten sich aber nicht überzeugt von der Immobilie und schauten sich woanders weiter um. Bis Ende April doch noch ein Paar ihn zur Heimstatt erkor.


Dass immer mehr Weißstörche im Landkreis Hildesheim brüten, hat aus Weinholds Sicht auch damit zu tun, dass die Großvögel in den vergangenen Jahren mit dem Brüten recht erfolgreich waren. So kommen alte Paare wieder und neue hinzu. Eine Garantie ist das freilich nicht: Horste in Greene und Schulenburg, also jenseits der Kreisgrenze, sowie im Alfelder Ortsteil Godenau stehen schon länger leer. Dafür nahm ein Paar zu Weinholds Überraschung einen ganz neu eingerichteten Nistplatz auf einem Gittermast bei Alfeld sofort an. „Das ist ungewöhnlich“, so der Gronauer.


Wie gehabt liegt der Schwerpunkt der Weißstorch-Vorkommen im Leinebergland. Mit Henneckenrode und Hoheneggelsen haben sich aber auch zwei Standorte im östlichen Landkreis etabliert. In Kemme (Gemeinde Schellerten) gab es auch einen Ansatz, allerdings wurde dort zuletzt nur noch ein Storch gesichtet. Immerhin haben die Störche den Ort nun offenbar auf dem Radar, die Kemmer dürfen also auf die nächsten Jahre hoffen, wenn der Trend sich fortsetzt.© Hildesheimer Allgemeine Zeitung
















































































































































































































































































 

Aktualisiert am:

10.03.2020



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