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Jahresberichte geben Auskunft über die Bestandsentwicklung 


Seit Mitte der 1980er Jahre ist der weltweite Bestand an Weißstörchen stark angestiegen, was durch Storchenzählungen sehr gut dokumentiert ist. Gebiete, aus denen der Weißstorch verschwunden war, konnten wiederbesiedelt werden. In Österreich und der Schweiz sind die Weißstorchenbestände heute größer als zur Zeit der ersten Zählung 1934.


Der Weißstorch war ehemals im gesamten Mitteleuropa ein verbreiteter Brut- und Sommervogel. Im Zuge der Industrialisierung kam es jedoch zu großen Bestandsrückgängen. Zu den Gründen zählen wahrscheinlich das Trockenlegen von Feuchtgebieten, die Umwandlung von Wiesen in Felder sowie Stromschläge durch Freileitungen (vgl. Vogelschlag). Insbesondere die Populationen der nach Westen ziehenden Weißstörche sind zum Teil bis auf lokale Restbestände eingebrochen. Durch Auswilderung wurden diese Restbestände gestützt, was dazu geführt hat, dass sich im Westen Mitteleuropas zunehmend Standvögel aufhalten, die teilweise von Fütterungen durch den Menschen abhängig sind.


Im Jahr 1934, bei der ersten internationalen Storchenzählung, gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands etwa 9000 Storchenpaare, 1959 waren es 4800. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde mit 2949 Paaren ein Tiefststand erreicht. Zu Beginn des dritten Jahrtausends brüten in Deutschland wieder etwa 4500 Storchenpaare. Hinzu kommen ca. 400 Paare, die in Tierparks, Vogelpflegestationen oder deren Umgebung etc. brüten und sich dort aus dem Futterangebot ernähren. Diese futterabhängigen Paare werden gesondert aufgeführt. Noch 2004/05 nisteten 90 % der fast 4500 Storchenpaare in Deutschland in den neuen Bundesländern, in den 1950er Jahren lag dieser Anteil bei 50 %. Seither erholen sich die Populationen in Westdeutschland deutlich, während sie in Ostdeutschland stagnieren und teilweise, wie in Mecklenburg-Vorpommern, sogar rückläufig sind. Im Jahre 2018 brüteten zwei Drittel der mittlerweile 6900 Storchenpaare in Westdeutschland. Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Populationsanstieg in (Ost-)Deutschland weniger aus dem eigenen Bestand begründet ist, sondern hauptsächlich ein Resultat von Zuwanderung aus Osteuropa ist.  In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in der Kategorie 3 als gefährdet geführt. 


Für die Ermittlung des deutschen Weißstorchbestandes hat der NABU die „Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz“ gegründet, die in einem jährlich erscheinenden Bericht die Bestandszahlen veröffentlicht. Auf seinen Internetseiten zum Weißstorch argumentiert der NABU seit zehn Jahren immer noch mit Bestandszahlen bis zum Jahr 2008. Seitdem hat sich der Storchenbestand in Deutschland von 4297 Brutpaaren auf 6302 (2016) erhöht. Man kann deshalb davon ausgehen, dass sich der ökologische Zustand des Lebensraumes des Weißstorches merklich verbessert hat.

In der Schweiz gab es um 1900 etwa 140 Brutpaare. Der Bestand nahm aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr ab, so dass 1950 keine Störche mehr in der Schweiz brüteten. Durch Auswilderung (auf Initiative von Max Bloesch, der als „Storchenvater“ bekannt wurde) und Schutz war der Bestand bis 2005 jedoch wieder auf 211 Paare angestiegen.

In Österreich finden sich die größten Brutbestände im Burgenland und im Marchfeld entlang der Donau. In den letzten Jahrzehnten bemüht man sich verstärkt um den Schutz des Weißstorchs. Speziell im Marchfeld kehren die Störche wieder auf Nistplätze auf Bäumen in freier Natur zurück, wie etwa in Marchegg, während im Burgenland Nester auf Hausdächern zum Ortsbild vieler Orte gehören, so in der Stadt Rust, wo es im Jahr 2008 16 Paare mit insgesamt 38 Jungen gab. Die erste Bestandserhebung wurde in Österreich 1934 durchgeführt und ergab 119–130 Brutpaare. Während es 1987 nur 276 Paare waren, brüteten im Jahr 2004 in Österreich wieder 392 Paare.


Polen gilt als das Land der Störche. Im Jahre 2004 wurden dort ca. 52.500 Paare gezählt. Das entspricht ungefähr einem Viertel des weltweiten Bestandes. Die polnische Umweltschutzorganisation Pro Natura ist der Meinung, dass sich das nicht allzu schnell ändern wird; denn in Polen, insbesondere in Masuren (im Nordosten Polens), haben die Störche ideale Lebensbedingungen.


Seit Mitte der 1980er Jahre steigt der Bestand an Weißstörchen in den meisten Brutgebieten innerhalb Europas wieder an. Einige Gebiete, aus denen der Weißstorch verschwunden war, konnten, teilweise unter Mithilfe des Menschen, neu besiedelt werden. Der V. Internationale Weißstorchzensus 1994/95 ergab einen Weltbestand des Weißstorchs von etwa 166.000 Paaren. Das ist ein Anstieg von 23 % gegenüber 1984. Der VI. Internationale Weißstorch-Zensus 2004/05 wurde wieder vom NABU (Michael-Otto-Institut im NABU in Bergenhusen) koordiniert. Die vorläufigen Ergebnisse ergaben einen weiteren Bestandsanstieg von 39 %, so dass der Weltbestand derzeit auf etwa 230.000 Paare geschätzt werden kann. Die IUCN stuft den Weißstorch dadurch als „nicht gefährdet“ ein.


Auf den britischen Inseln, wo seit etwa 600 Jahren keine brütenden Störche beobachtet wurden, wird durch Naturschutzorganisationen versucht, den Weißstorch wieder heimisch zu machen. Im März 2014 wurde in der Grafschaft Norfolk ein nistendes Storchenpärchen entdeckt. Der erste Weißstorchen-Nachwuchs in freier Wildbahn wurde im Jahr 2020 in West Sussex registriert.


Die Jungvögel fliegen manchmal auf ihren Erkundungsflügen im Spätsommer über die bayerische Grenze. Dann führt ihr Weg über den Bosporus, den Libanon, die Halbinsel Sinai und das Rote Meer. Über das Niltal geht es weiter Richtung Süden bis nach Ost- oder Südafrika.


 

Elbe-Weser-Ems-Region vermeldet Storchen-Rekord


Zwei, drei, fünf, sieben, viele: Die Storchenpflegestation Wesermarsch vermeldet einen neuen Storchen-Rekord für den Nordwesten. 

Vor 25 Jahren galten die Störche im Nordwesten Niedersachsen als so gut wie ausgestorben - mittlerweile sind dort wieder Hunderte von ihnen zuhause. Und das ist auch ein Verdienst der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne, die in diesen Tagen einen neuen Rekord vermeldet: In der Elbe-Weser-Ems-Region gebe es in diesem Jahr so viele Störche wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagt Leiter Udo Hilfers. In diesen Tagen kehren die Tiere aus ihren Winterquartieren in Afrika und Spanien zurück.  Und die Störche, die in Berne aufgezogen wurden, breiten sich - gemeinsam mit ihrem Nachwuchs - weiter im Nordwesten aus. Laut Hilfers leben allein in der Wesermarsch 130 Storchenpaare, rund 100 sind es im Landkreis Cuxhaven. Auch im Leeraner Stadtteil Logabirum, im ostfriesischen Detern sowie rund um Bremen und den Dümmer haben sich einige Störche niedergelassen. "Viele Menschen bauen den Störchen sogar Nester, damit sie sich bei ihnen ansiedeln", sagt Hilfers.   

 Stand: 22.10.2016 18:00 Uhr 

Rekord: 820 Storchenpaare brüten in Niedersachsen

von Ulrike Kressel

In der niedersächsischen Elbtalaue ist der Weißstorch mit seinem schwarz-weißen Gefieder und seinen roten, langen Stelzbeinen das Symboltier. Aber auch in anderen Regionen des Landes scheint sich der imposante Vogel, der den Sommer in Deutschland verbringt, sehr wohl zu fühlen. Niedersachsens Storchenbetreuer haben sich auf ihrer Jahrestagung in Verden (Aller) getroffen und Bilanz gezogen.

Storch-Rekord: So viele Storchenpaare wie noch nie

Rekordjahr bei Brutpaaren


Offenbar zieht es immer mehr Störche nach Niedersachsen, sagte Hans-Jürgen Behrmann von der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz Niedersachsen/ Bremen. Schon im vergangenen Jahr sprachen die Storchenbetreuer mit 776 Storchenpaaren von einem Rekordjahr. Doch in diesem Jahr haben die großen Vögel das Spitzenergebnis noch einmal getoppt, so Behrmann. 2016 haben sich knapp 820 Paare im Land niedergelassen, darunter auch wieder etliche sogenannte Neuansiedler. Mit 114 Paaren - 20 mehr als im vergangenen Jahr - ist der Landkreis Cuxhaven bezogen auf die Brutpaare die storchenreichste Region. Allerdings gebe es regional auch deutliche Unterschiede, betonten die Verantwortlichen. Im Landkreis Lüneburg zählte Storchenbetreuer Heinz Georg Düllberg  links der Elbe 41 Brutpaare, fünf mehr als 2015. In den Landkreisen Celle und Lüneburg  rechts der Elbe blieb der Bestand gleich. Im Kreis Gifhorn wiederum waren es drei Paare weniger als im Vorjahr. Trotz regionaler Schwankungen ist Niedersachsen nach Brandenburg das Bundesland mit den meisten Storchenpaaren, so die Vogelschützer. 

Aufzucht von Jungstörchen nicht überall erfolgreich

Auf den Nachwuchs wirken sich die gute Zahlen aber nur bedingt aus. "Dass mehr Brutpaare auch mehr junge Störche aufziehen, ist leider nicht so", sagte Behrmann. So konnten in diesem Jahr nur rund 1.300 Jungstörche erfolgreich ausgebrütet und aufgezogen werden. Das sind rund zweihundert weniger als im vergangenen Jahr. Revierkämpfe und Wetter seien zwei entscheidende Faktoren für den mäßigen Bruterfolg." 


Westzieher kämpfen gegen Ostzieher


Immer wieder kommt es zwischen den Störchen zu Revierkämpfen. 

Störche sind Zugvögel und - je nachdem welche Route sie fliegen - kommen sie früher oder später aus ihren Winterquartieren nach Niedersachsen zum Brüten zurück. Immer mehr Störche seien sogenannte "Westzieher", fliegen über Spanien oder überwintern gleich dort und hätten somit kürzere Wege zurück, erklärte Behrmann. "Ostzieher" würden aus ihren afrikanischen Winterquartieren die östliche Route nehmen, passierten die Meerenge des Bosporus und träfen in Niedersachsen somit erst mehrere Wochen später ein. So kämen einige Störche bereits im März in ihren Brutregionen an, andere erst im Mai. In den Regionen, in denen "Westzieher" auf "Ostzieher" treffen, so Storchenbetreuer Behrmann, komme es dann vermehrt  zu Nestkämpfen. Denn: Freie Horste würden von den Störchen besetzt, die aus Spanien frühzeitig im Jahr zurückkämen. Später eintreffende, vorjährige Revierinhaber würden die feindliche Übernahme jedoch nicht akzeptieren. Es komme mitunter zu heftigen Revierkämpfen, die direkt auf den Horsten ausgetragen werden, sagte Behrmann. Und da könne es sein, dass bereits gelegte Eier zerstört werden und somit der Nachwuchs ausbleibe. Anders als Singvögel, brüten Störche kein zweites Mal im Jahr. 

Nässe und Trockenheit stört Jungstörche

Bei der Aufzucht von jungen Störchen spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Und so waren die Startbedingungen für die kleinen Störche in Niedersachsen regional sehr unterschiedlich. Im Landkreis Lüneburg - rechts der Elbe - ist Storchenbetreuer Helmut Eggers mit dem Ergebnis der flügge gewordenen Störche nicht zufrieden und macht die Witterung dafür verantwortlich. Anfangs, so Eggers, habe es relativ trockene Phasen und damit zu wenig Regenwürmer gegeben. Aber genau diese schnabelgerechte Nahrung bräuchten die kleinen Störche in den ersten Wochen, so der Storchenbetreuer der Elberegion. Ungefähr ab der vierten Lebenswoche könnten die Jungvögel dann auch Frösche und Mäuse fressen. "Die lassen sich auch bei Trockenheit fangen", sagte Eggers. In anderen Regionen Niedersachsens war es hingegen zu nass  - auch das sei schlecht für den Storchennachwuchs. So hätten Starkregen und niedrige Temperaturen in den Nächten dazu geführt, dass die Küken ausgekühlt  und "verklammt " seien, berichten andere Storchenbetreuer aus ihren Regionen. Die Tiere würden dann nicht mehr richtig fressen, zunehmend schwächer und schließlich von ihren Eltern aus dem Nest geworfen. 

Artenschutzzentrum kümmert sich um Notfälle

Jedes Jahr werden verletzte beziehungsweise nicht flugfähige Weißstörche in das Artenschutzzentrum nach Leiferde im Landkreis Gifhorn gebracht. "Immer wieder auch Jungstörche, die zu schwach sind und aufgepäppelt werden müssen", sagte Bärbel Rogoschick, Biologin und Leiterin des Artenschutzzentrums. So kamen in diesem Jahr 23 Jungstörche nach Leiferde. "Alle waren extrem schlecht ernährt, das war schon auffällig", so Rogoschick. "Durch das Federkleid konnte den Störchen nicht angesehen werden, wie mager sie waren, aber beim Hochnehmen merkten die Mitarbeiter, dass viele Jungstörche leicht wie Plastiktüten waren." Nicht immer seien nur die Wetterkapriolen für den schlechten Zustand der jungen Störche verantwortlich. Hinzu käme, so Rogoschick, dass mehr Störche auch mehr Nahrung bräuchten. Und da fehle es an feuchten Wiesen und ausreichend Überschwemmungsflächen. "Zunehmende Maisanbauflächen sind der Tod für Störche", betonte sie. 

Störche im Aufwind

Auch wenn der Jungenrekord aus dem Vorjahr nicht erreicht werden konnte, sieht Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz dennoch optimistisch in die Zukunft der großen Vögel. Die Zahl der flügge gewordenen Jungvögel lag zwar 14 Prozent unter der des Vorjahres, sei aber immer noch das zweitbeste Resultat seit 45 Jahren. Und das könne sich sehen lassen, so Behrmann. Die Aussichten, dass sich Störche auch weiterhin in Niedersachsen wohl fühlen, seien gut.  

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Rekord-820-Storchenpaare-brueten-in-Niedersachsen,storchenbilanz102.html  

Nasses Wetter kostet junge Störche das Leben

Das Jahr 2016 hätte ein gutes Storchenjahr werden können. Doch mancherorts in Niedersachsen ist die Freude über die zahlreichen Storchenpaare in Ernüchterung umgeschlagen. Denn viele ihrer Küken sind eingegangen. Allein im Landkreis Nienburg seien inzwischen etwa 50 Prozent der Storchenpaare ohne Nachwuchs, sagt Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter aus Hannover. Ähnlich sei es in den Kreisen Harburg, Lüneburg, Celle sowie der Region Hannover. Hauptgrund sei das Wetter.

 

Geschwächte Küken aus dem Nest geworfen

Starkregen und niedrige Temperaturen in der Nacht hätten die Küken auskühlen und "verklammen" lassen, sagt Löhmer. Die Tiere würden dann nicht mehr richtig fressen, zunehmend schwächer und würden schließlich von ihren Eltern aus dem Nest geworfen. Heinz Georg Düllberg, Storchenbeauftragter aus Lüneburg, sieht aber noch einen weiteren Grund für das Storchensterben: Viele erwachsene Tiere seien dieses Jahr erstaunlich spät aus den Winterquartieren zurückgekehrt. Manche Nester seien deshalb bereits von anderen Störchen belegt gewesen. Bei Kämpfen um die besten Plätze seien so auch schon im Vorfeld Teile der Brut zerstört worden.

 

Manche Gebiete vom Storchensterben verschont

Nicht in allen Teilen Niedersachsens gibt es jedoch Grund zur Sorge. So verzeichnen unter anderem die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Gifhorn, Göttingen und der Heidekreis keine Einbußen beim Nachwuchs. Wie viele Storchenkinder es am Ende tatsächlich schaffen, wird sich aber erst Ende August zeigen - dann sind auch die Nachzügler flügge.


Weißstorch-Bilanz Niedersachsen/Bremen 2019

NABU: Dank Paarzuwachs und vieler Mäuse
Rekordjahr für Niedersachsens Störche

Hannover – Seit 1970 kümmern sich Weißstorchbetreuer flächendeckend um den Weißstorch in Niedersachsen und Bremen. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit üben sie seit dem Jahr 2011 nun in der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz des NABU Niedersachsen aus. Für das Jahr 2019 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihrer Jahrestagung am 12. Oktober in Verden die Bestandszahlen ermittelt und legen diese in ihrer Jahresbilanz vor. Das Ergebnis ist erfreulich.

In Niedersachsen/Bremen ließen sich 2019 insgesamt 1133 Weißstorchpaare nieder. Darunter waren wieder auch viele Neuansiedlungen. Die Storchenpaare brachten 2463 Jungstörche zum Ausfliegen. Noch nicht mitgezählt sind dabei die annähernd 210 fütterungsabhängigen Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs. „Damit wurde das gute Ergebnis aus dem Jahr 2018 (1008 Paare mit 1.768 flüggen Jungen) bei den Paaren erneut um 12.5% und bei den flüggen Jungen sogar um 39% übertroffen. Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit über 60 Jahren - und das trotz des trockenen Sommers", erklärte Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz des NABU Niedersachsen. Somit hält die positive Entwicklung bei den Weißstörchen an. Niedersachsen liegt dabei voll im bundesweiten Trend und zählt mit Baden-Württemberg und Brandenburg zu den Top 3 der Bundesländer mit den meisten Storchenpaaren.

Die Hauptursache für den Zuwachs bei den Storchenpaaren ist das veränderte Zugverhalten der gen Westen in ihre Winterquartiere fliegenden Störche. Immer mehr von ihnen bleiben bereits in Spanien, wo sie genügend Nahrung in Feuchtbiotopen, Reisfeldern und insbesondere auf Mülldeponien finden. Von dort kehren sie dann früher, in größerer Anzahl und in meist guter Verfassung zurück. Dadurch steigt die Population. Ein wesentlicher Faktor ist außerdem, dass nun die geburtenstarken Jahrgänge der letzten Jahre brutreif werden. Bei den gen Osten ziehenden Störchen, die vor allen in den östlicheren Regionen Niedersachsens brüten, ist der Bestand hingegen leicht rückläufig. Sie müssen weitaus längere und gefahrvollere Strecken auf dem Flug nach Afrika und zurück bewältigen.

Der erhebliche Anstieg bei den flüggen Jungen in diesem Jahr hat seinen Grund vor allem in einem sehr starken Mäusebestand. Die Nager bildeten die Hauptnahrung für die Störche und ihren Nachwuchs. Ausfälle wegen der langen Trockenheit oder aus Witterungsgründen gab es kaum. Ab und zu doch mal meist kräftige Regengüsse reichten vielerorts für die Storcheneltern aus, um genügend Regenwürmer, die Hauptnahrung für die Jungen in den ersten drei Lebenswochen, zu finden. Ab Ende Juni kam auch noch zumindest regional ein guter Heuschreckenbestand hinzu. Ein Indiz für die in diesem Jahr gute Nahrungssituation war ein geändertes Verhalten vieler Storcheneltern. Während sonst ab einem Jungenalter von vier Wochen oft beide auf Nahrungssuche sind, blieb diesmal auch bei fortgeschrittenem Alter der Jungen häufig ein Elternteil bei ihnen auf dem Nest.

„Insgesamt war 2019 für die Weißstörche in Niedersachsen und Bremen ein herausragendes Jahr“, bilanziert Hans-Jürgen Behrmann und betont „Es bestehen gute Aussichten, dass sich der Anstieg der Storchenpaare bei uns in den nächsten Jahren fortsetzt, zumal dann immer mehr Störche der zuletzt so starken Jungenjahrgänge brutreif werden. Für die Zukunft gilt es daher, für sie und ihren Nachwuchs weiter ausreichend Feuchtgrünland mit entsprechenden Biotopen zu erhalten und darüber hinaus neu zu schaffen.“

Für Rückfragen:
Hans-Jürgen Behrmann, NABU-LAG Weißstorchschutz Niedersachsen/Bremen, Telefon: 05145-284289
hj.behrmann@googlemail.com

LAG Weißstorchschutz Niedersachsen/Bremen im NABU Niedersachsen im Netz unter https://niedersachsen.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/landesfachgruppen/weissstorchschutz/index.html

Kostenlose Pressebilder zu Störchen finden Sie unter:
https://www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#voegel
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NABU Niedersachsen – Pressestelle
Ulrich Thüre | Philip Foth | Matthias Freter
Telefon: 0511-911 05-27 | -33 | -29

Mobil: 0172-43 44 604
Fax: 0511-911 05-40
E-Mail: presse@NABU-niedersachsen.de
Web: www.NABU-niedersachsen.de
Redaktion: Ulrich Thüre, Philip Foth, Matthias Freter



Weitere Jahresberichte von Niedersachsen unter:


https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen.html 



Weißstorch-Jahresbericht 2013 für Niedersachsen/Bremen


Weißstorch-Jahresbericht 2014 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2014.html 



Weißstorch-Jahresbericht 2015 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2015.html




Weißstorch-Jahresbericht 2016 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2016.html 




Weißstorch-Jahresbericht 2017 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2017.html 



Weißstorch-Jahresbericht 2018 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2018.html 



Weißstorch-Jahresbericht 2019 für Niedersachsen/Bremen

https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2019.html 




Weißstorch-Jahresbericht 2020 für Niedersachsen/Bremen  https://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/niedersachsen2020.html















































































































































































































































































 


 Aktualisiert am: 


11.11.2020